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Gedanken zum Klimawandel
von Dipl.-Ing. Dipl.-Wirt.Ing. (FH) Bernd Obergassel (2007)
(Reproduktion/Verwendung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Autors!)
Alle Welt redet vom Klimawandel - auch ich habe viel gelesen in letzter
Zeit.
Was ich so gut wie immer vermisse, ist ein bildhafter Vergleich der Dramatik,
mit der dem Leser die Brisanz der Auswirkung seiner bloßen Existenz vor Augen
geführt werden kann und die sich in seinem Kopf festsetzt.
Deshalb möchte ich hier mal einen Ansatz wählen, der besonders Plakativ, leider
aber nicht weniger wahr ist.
Wir wissen, dass die Menschheit irgendwann einmal angefangen hat das Feuer zu nutzen.
Und genau hier beginnt das Problem bereits. Denn ab diesem Zeitpunkt haben die Menschen
mehr (gespeicherte) Energie verbraucht, als sie selbst erzeugt haben.
Der Baum hat die Energie der Sonne eingefangen und mit dem Kohlendioxid der Luft und hasse
nich gesehen eine Masse gebildet in der Energie gespeichert ist.
Die Biomasse halt.
Nun kam das behaarte Unsel, namens Mensch, daher, wenn man es mal ganz lapidar ausdrücken
möchte, und ist seitdem seelenruhig dabei diese Energiespeicher die sich aus der Biomasse
einst gebildet haben in Form von Kohle, Öl, Gas etc. zu verfeuern.
Das kann ja nicht gut gehen! (sagt das Bauchgefühl)
Tut es auch nicht. Denn diese Energie, die Jahrmillionen in Biomasse umgewandelt wurde,
wird wieder freigesetzt.
Der Kohlendioxidgehalt der Luft steigt von 0,36% auf, irgendwo, 0,4%.
Klingt nicht weiter dramatisch, sorgt aber, wie wir ja mitlerweile wissen, für den sog.
Treibhauseffekt.
Kann man ja irgendwie etwas verhindern - wieder herausfiltern und im Stollen bunkern -
dann kann wieder mehr Wärme ins Weltall entweichen. Na schön.
Prima. Aber reichen wird es nicht, solange immer mehr Menschen (z.Zt. 6,6 Mrd.) immer
mehr Energie (ver-) brauchen, also in die Atmosphäre als Wärmeenergie freigeben.
Damit haben wir dann ein Problem. Auch wenn wir Wärme des Erdinneren über die
Geothermie anzapfen oder die Kernenergie nutzen (Umwandlung
von Materie in Energie -> E=mxc²).
Es hilft alles nix - wir müssen die Bevölkerungsexplosion in den Griff bekommen, ebenso,
wie den Energieverbrauch der einzelnen Menschen.
Das mit der Geburtenreduktion klappt nicht, selbst hierzulande versucht die Mutter der Nation,
unsere monetäre Hebamme des Landes, Frau von der Leyen, die Bevölkerungzahl zu steigern.
Mit Erfolg. 2007 wurden wieder erstmals seit Jahren mehr Kinder geboren. :-(
Allgemeine Neoliberale Lehre: Bevölkerungswachstum = Wirtschaftswachstum!
Am 5.5.2007 habe ich noch in den Ruhrnachrichten gelesen: "Die Katastrophe kann
verhindert werden".
Was? Katastrophe? Neee, woll. Eine Katastrophe ereignet sich plötzlich und unerwartet.
Was sich hier ereignet haben Auguren schon Ende der ´70er antizipiert - also nix neues.
Also schon gar nichts plötzliches und erst recht nix unerwartetes.
Warner gab es genug - aber sie wurden verlacht. Die Wirtschaft war wichtiger - und ist sie
auch heute noch.
Weiter heisst es: "Wir müssen handeln / Es bleiben nur noch acht Jahre Zeit"
Ohne Reduktion des Energieverbrauchs fossiler Brennstoffe: Keine Chance!
Nötig ist eine rigorose Nutzung regenerativer Rohstoffe - ABER! - in einer Weise die
uns ermöglicht mit diesen Rohstoffen Schritt zu halten.
Nicht umgekehrt, denn das funktioniert nicht!
Beispiel:
Nett, dass der (reiche) Hausbesitzer mit Holz heizt - jedoch verbrennt er im Winter
in seinem Kamin/Ofen so viel Holz (z. B. einen ganzen Baum) wie dieses in mehreren
Jahrzehnten nachwächst - und schon haben wir wieder ein Problem.
Der heutige Industriemensch braucht mehr Energie als er erzeugt (erzeugen kann) er ist
auf eine fremde Energie angewiesen. Er schmarotzt.
Beispiel:
Sie lieber Leser setzen sich mal auf ein Standfahrrad mit dem ein Generator angetrieben
wird. Da haben Sie ordentlich etwas zu tun um allein die Energie zu erzeugen die
Ihr Kühlschrank verbraucht.
Nun benützen sie vom Radiowecker morgens über die Warme Dusche, den Föhn, die heiße Tasse
Kaffee zum Frühstück, das Auto zur Arbeit und zurück, das zubereitete Mittagessen irgendwo,
bis zum Fernsehabend und die Beleuchtung jede Menge mehr Energie.
Vom Energieaufwand für die Erstellung von Gebäuden und Straßen etc. ganz zu schweigen.
Im Detail können Sie privat evtl. etwas einsparen, na gut - aber generell?
Das ist das Problem. Bestenfalls über Solarenergie, Windenergie und schnell nachwachsender
Biomasse ließe sich hier eine ausgeglichene Energiebilanz schaffen.
Bis dahin aber ist es noch ein weiter Weg. Zu weit, um in acht Jahren hier einen
Umstieg zu schaffen. Und - der Preis ist hoch. Es muss Naturfläche geopfert werden - z. B. für den
Anbau von Energiepflanzen.
Das geht dann enorm auf Kosten von Nahrungsmitteln, die dann für die
wachsende Erdbevölkerung fehlen. Dies, und auch die Aufstellung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen
reduziert die Flächen für z. B. Wälder, was das Mikroklima beeinträchtigt.
Das Aufstellen von Photovoltaikanlagen in Wüstenregionen ist keine politische Option.
Es bleibt also nur die Reduktion des Konsums!
Können wir uns das Geschrei der Wirtschaft vorstellen wenn wirklich energisch gespart
werden würde? Z.B. 10% weniger Konsum?
Wenn weniger schnelllebiger Tand gekauft werden würde?
Beim Autofahren zu sparen wäre ja schon furchtbar für die Wirtschaft.
Weniger Autofahrten = weniger Verschleiß und Sprit, weniger Verbrauch an Ressourcen/Energie =
weniger zu tun im Autohandel, in den Werkstätten, den Tankstellen etc.
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ein Erwerbsloser weniger Energie verbraucht
als Jemand der täglich etliche Kilometer zur Arbeit muss um eine Nonsens-Arbeit zu erledigen,
die eigentlich entbehrlich wäre, z.B. weil er Akten von links nach rechts schiebt?
Unsere Wirtschaft ist auf Verbrauch angelegt - auf Verschleiß - sie lebt davon!
Und nun möchte auch noch der konsumgierig gemachte Rest der Welt unseren Lebensstandard erreichen.
Neee - keine Chance!
Irgendjemand meinte mal: Neun Mrd. Menschen auf der Erde? Kein Problem. Solange sie arm
bleiben. Bitter - aber unter diesen Umständen wahr.
Folglich müssen wir uns mit dem Klimawandel abfinden und das bedeutet sich anpassen. Ich bin mir
sicher, dass wir es schon meistern werden, auch wenn es Stress bedeutet. Auch wenn es Veränderungen
von Landschaftsbildern und Lebensweisen und Lebensverhältnissen mit sich bringt.
Generell ist jedoch ein wärmeres Klima zu begrüßen - also, ich fühle mich da wohler - so zw. 25-30 Grad C.
Die Pflanzen freuen sich auch darüber und mehr Kohlendioxid haben sie auch. Selbst der Faunavielfalt
bekommt es gut, so der Mensch der Tierwelt die nötigen Lebensräume denn lässt.
Lässt er aber nicht - so werden viele Tierarten leider aussterben und bestefalls noch in Zoos überleben.
Wir könnten alles in den Griff bekommen - wenn wir erst einmal die Geißel des Neoliberalismus überwinden könnten.
Wenn erst einmal klar würde, das es besser wäre, wenn die Weltbevölkerung sich bei ca. 4 Mrd. einpendelte - alles Konjunktiv und weit entfernt.
Ich glaube es war in der 18. KW 2007, da ging eine Meldung durch die Presse: "Die 'Super Erde' - Astronomen entdecken bewohnbaren Planeten.
... Heimatstern ist der rote Zwerg Gliese 581"
Klasse dachte ich mir. Unterschwellig nimmt nun jeder Leser wahr: Alles nicht so schlimm, wir haben ja Ersatz.
Dumm nur, dieser, möglicherweise bewohnbare, Planet ist ca. 20 Lichtjahre weit weg. Aber toll ist: "Ein Jahr dauert 13 Tage" - da habe
ich es ja nicht mehr lange bis zur Rente ;-)
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