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Gedanken zum Geburtenrückgang

von Dipl.-Ing. Dipl.-Wirt.Ing. (FH) Bernd Obergassel (2007)
(Reproduktion/Verwendung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Autors!)

Alle Welt redet vom demografischen Wandel in diesem Land.
Aber, ich habe mir da so meine eigenen Gedanken gemacht, die ich dem geneigten Leser natürlich nicht vorenthalten möchte.
Was mich stört an der ganzen Diskussion, die ja durch sämtliche Medien in der Vergangenheit ging und auch noch geht, ist die Tatsache, dass uns Hörern / Lesern immer vor Augen geführt wird, dass wir Deutschen eines Tages aussterben könnten - plakativ untermalt von dem Bild einer Geburtenpyramide wie sie irgenwann einmal ausgesehen hat und der Tannenform, wie sie in naher Zukunft voraussichtlich aussehen wird.

Mal gleich vorneweg:
Also, die Deutschen sterben nicht aus! Was uns als Prognosen verkauft wird, sind nichts anderes als Szenarien - sowas wie worst-case- und best-case-scenario-analyses. Somit ist, je nach Datenlage, eine ganze Schar von Möglichkeiten realistisch.

Worauf ich hinaus möchte ist, dass man bitte bedenken möge, dass die, uns als idealtypisch vorgegaukelte, Bevölkerungspyramide aus einer vorindustriellen Zeit stammt.
Aus einer Zeit in der man keine wirksamen Verhütungsmittel kannte und die (arbeitenden) Menschen bereits mit 40 Jahren verreckten.

Und das wird als "Ideal" angesehen? Ist doch unglaublich, nicht war?

Natürlich kann man da wieder hinkommen. dazu gibt es zwei Alternativen:
- wir stellen die Gesundheitsvorsorge ein und behandeln grundsätzlich keine Kranken mehr ab 40 Jahren.
- oder wir rammeln wie die Kanickel und werfen wie die Ratten.

Es sollte klar sein, dass man diese Alterspyramide nicht wieder erreicht, will man Vernunft in dieser Gesellschaft walten lassen.

Unser alterwürdiger Ex-Bundeskanzler, Helmut Schmidt, sagte in der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“ am 12.06.2007 gegen 22:45 Uhr: „Die weltweite Überbevölkerung ist eine Katastrophe“.

Das der Geburtenrückgang, insbesondere weltweit gesehen aber auch hier in Deutschland und allgemein in Europa nicht nur dringend notwendig, sondern auch noch erstrebenswert ist, dieser Denklinie möchten sich nicht viele Zeitgenossen anschließen.

Besonders nicht die sog. „klassischen Ökonomen“, besser bekannt als die Anhänger des Neoliberalismus.
Denn es gilt dort:
Allgemeine Neoliberale Lehre: Bevölkerungswachstum = Wirtschaftswachstum!

Und um nichts anderes geht es: „Wachstum“

Um das Jahr 600 rum gab es in dem Gebiet des heutigen Deutschland ca. 650.000 Menschen. Na gut, die damalige Volkszählung war nicht so präzise ;-)
Die Daten beruhen auf Schätzungen der Archäologen - dürften aber weitgehend realistisch sein.
Und nun haben wir 82,5 Millionen. Was ist an einer Reduzierung auf z. B. 70 Millionen in den nächsten Jahrzehnten schlecht?

Um das Jahr 1900 herum lebten etwas über eine Milliarde Menschen auf der Erde. Seither hat sich die Menschheit mehr als vervierfacht, seit ca. 1960 mehr als verdoppelt.
Die Zunahme der Bevölkerung folgt einer mathematischen Funktion: der e-Funktion.
Bisher konnte nichts sie aufhalten. Keine Kriege, keine Seuchen.
Schafft es die Vernunft? Die Einsicht?

Möglicherweise! - Aber nicht mit dieser Wurfprämienpolitik unserer Mutter der Nation, unserer monetären Hebamme des Landes, Frau von der Leyen. Gegen den finanziellen Anreiz zur Reproduktion anzukommen ist für die bildungsfernen Bevölkerungs- schichten einfach zu schwer.

Natürlich geht es, wie immer, nur ums Geld, um Märkte, sprich um Absatzmärkte für Produke und Dienstleistungen.
Eigentlich um alles - eine schrumpfende Gesellschaft bedeutet sinkende Renditen.

Beispiel:
Was passiert mit dem Wohnungsmarkt? Eine Entspannung dort hat Konsequenzen:

- Weniger Wohnraumnachfrage generell, mit der Folge, dass marode Hütten sich nicht mehr vermieten lassen. Der verarmte Vermieter muss nun renovieren und modernisieren oder sein heruntergekommenes Mietshaus verfallen lassen oder abreißen.
Dann muss er halt mal wieder arbeiten gehen, statt auf Kosten seiner Mieter zu leben.

- weniger Nachfrage nach Grundstücken und Häusern senken deren Preise, die dann auch für ärmere Schichten erschwinglich werden. Auch hier sinkt somit die Rendite für den Immobilienbesitzer.
Statt Porsche fährt der Immobilienhai dann eben Holzklasse (VW).

Der Preis für menschliche Arbeit hingegen könnte steigen, da ein Mangel an qualifiziertem Personal herrscht. Firmen werben sich verstärkt die besten Leute ab und locken mit Sonderkonditionen)

Endlich gibt es genug Ausbildungsplätze und Arbeitsplätze. (ceteris paribus)

Klingt doch, als sei es für die Masse der Bevölkerung gar nicht schlecht. Der Wohlstand der (übriggebliebenen) Menschen könnte steigen, ist doch eine Menge zu verteilen vorhanden.

Das ist aber nun das Problem der herrschenden Klasse - (ver)teilen war nie ihr Ding!

Der Masse der Bevölkerung soll es doch nicht besser gehen - nur der herrschenden Klasse allein. Das war in den vergangenen Jahrtausenden so und soll auch so bleiben (aus deren Sicht).

Natürlich könnte man national beklagen, dass der Verkauf von (chinesischen) Kinderartikeln zurückgeht, die (japanischen) Elektronikimporte sinken und der Milchsee der (hiesigen) Bauern größer wird.
Sicherlich sinkt der Absatz etlicher Produkte im Inland zweifellos.

Es sinkt für die Besitzenden eben folglich: Die Rendite.

Also schreien sie hierzulande nach Zuzüglern aus dem Ausland um den Wohnungsmarkt immer schön angespannt zu halten und um auch noch für die heruntergekommendste Hütte viel zu kassieren.

Also schreien sie hierzulande nach Zuzüglern aus dem Ausland bzw. nach mehr Nachwuchs im Inland um einen Überschuss an Arbeitskräften zu haben, damit sie keine hohen Löhne zahlen müssen.

Also schreien sie hierzulande nach Zuzüglern aus dem Ausland bzw. nach mehr Nachwuchs im Inland um ihre Absatzmärkte in Deutschland stabil zu halten. Und so weiter und so fort.

Alles, damit ihre Renditen gesichert sind und sie weiter im Luxus schwelgen können.

Aber die Party wird bald vorbei sein. Wichtige Ressourcen gehen zur Neige - das Weltklima wandelt sich.

Unter diesem Druck wird es kein „weiter so wie bisher“ geben.
Ein Gesundschrumpfen sollte angesagt werden. Mit No-Kids-Prämien!
Wer keine Kinder bekommt, spart Ressourcen für die Reproduzierenden und sollte finanziell für diesen sozialen Beitrag belohnt werden.

Das wäre in den nächsten Jahren eine sinnvolle und zukunftsweisende Maßnahme. Diejenigen die Werte haben, werden sich mit Hinblick auf die Weitergabe ihrer Werte eh vermehren wollen.

Natürlich kenne ich das Gejammer der Normalbürger:
Wer soll denn dann unsere Rente finanzieren?
Genau dieses kurzsichtige Argument wird ihnen eingetrichtert. Ich empfehle einmal nachzudenken.
Es ist doch gar nicht von Bedeutung, wie viele Menschen eine bestimmte Menge produzieren, sondern, wieviel eine bestimmte Anzahl Menschen produziert.
Soll heißen: Die über die Jahrzehnte kummulierte Produktivität ist doch entscheidend. Am besten kann man sich dies am Beispiel der Nahrungsmittelproduktion klar machen.
Vor 200 Jahren arbeiteten 40 % der Menschen in der Nahrungsmittelproduktion - heute nur noch 2-4 %.
Damals schaffte eine Person ca. 3,5 Kg Korn zu ernten - täglich. Irgendwann verzehnfachte sich dies durch den Einsatz von Pferd und Ochse. (35 Kg)
Dann stand der Trecker zur Verfügung und pro Person konnten schon 35 Zentner geerntet werden - pro Tag. Heute schafft ein moderner Mähdrescher, wie er beispielsweise in den USA eingesetzt wird, über 1.000 t - pro Tag.
Das nenne ich Wertschöpfung!
Und so ist dies in nahezu allen industriellen Bereichen geschehen.

Als Fazit muss man sich also die Frage stellen: Wo bleibt dieser Wohlstandszugewinn?
Und da schauen sie doch bitte mal zu den Lebensgewohnheiten der Reichen und Superreichen - ganz ohne Neiddebatte. Sie leben auf Kosten der Massen! Machen Sie sich schlau, lesen sie entsprechende Publikationen wie z. B. den aktuellen Armuts- / Reichtumsbericht - dann fällt es Ihnen wie die Schuppen von den Augen. Machen Sie sich sachkundig. Wofür gibt es das Internet? Und dann sehen Sie, dass die anfängliche Argumentation obsolete ist.
Die Japaner setzen bei der Pflege der älteren Bürger konsequent auf High-Tech.
Und wir?

Es ist wichtig den Geburtenrückgang in diesem Lande nicht als Krise zu sehen, sondern als Chance zu betrachten. (In einer Krise die Chance zu sehen, dies ist eine Sichtweise aus dem strategischen Management)

Eine Chance für zukünftige Generationen um auf diesem Planeten zu überleben.

Eine Chance dem Rest der Welt klar zu machen, dass langfristig zwei Milliarden Menschen auf der Erde genügen.

Eine Chance für unsere Faune und Flora - unsere Mitgeschöpfe deren Lebensräume wir immer mehr beschneiden.

Eine Chance den Klimawandel in den Griff zu bekommen.


Weitere Themen des Autors zu:

Gedanken zum Klimawandel

Gedanken zur alternativen Energiegewinnung

Gedanken zum Geburtenrückgang

Intelligente Computer

Unterschied zwischen Strom und Spannung

Gedichte - Limericks - Reime - Sprüche

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Broschüre: Internet und E-Mail am Arbeitsplatz
Eine Orientierungshilfe für die betriebliche Internetnutzung von Bernd Obergassel
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